Autor werden ist nicht schwer...
Wir schreiben dies nicht, um Verständnis zu erzeugen, sondern um Transparenz zu schaffen. Kinderbücher sind nicht deshalb teuer, weil sich Autorinnen und Autoren bereichern möchten, sondern weil auf dem Weg zum fertigen Buch viele Menschen und Unternehmen beteiligt sind – damit am Ende ein hochwertiges, liebevoll gestaltetes Kinderbuch in den Händen der kleinen Leserinnen und Leser landet.
Bücher sind – wie alles andere in den vergangenen Jahren auch – teurer geworden. Aber bedeutet das, dass sich die Autoren eine goldene Nase verdienen?
Leider nein.
Leider? Naja, nicht wirklich. Ich denke, dass mir eine goldene Nase nicht gut zu Gesicht stehen würde. Aber mal im Ernst: Wie setzt sich der Preis eines Buches zusammen?
Nehmen wir einmal an, ein Buch kostet 10,00 Euro. Dann gehen hiervon – je nach Vertrag und abhängig von Seitenzahl, Layout, Farbseiten, Hard- oder Softcover usw. – rund 8,00 Euro an den Verlag.
Die übrigen 2,00 Euro erhält der Autor. Diese Rechnung ist sehr vereinfacht dargestellt, aber grundsätzlich zutreffend.
Die zwei Euro sind jedoch brutto.
Ein durchschnittlicher Autor muss also erst einmal etwa 500 Bücher pro Monat verkaufen, um auf 1.000,00 Euro brutto zu kommen.
Davon muss man dann noch die eine oder andere Ausgabe abziehen, zum Beispiel:
- Steuern
- Mitgliedschaft in der Künstlersozialkasse
- Mitgliedschaft im FDA (Freier Deutscher Autorenverband)
- Autorenversicherung (zur Absicherung von Schäden durch Auftraggeber oder Copyrightverletzungen durch Dritte)
- Lektorat
Der größte Anteil des Geldes das man als Leser für ein Buch ausgibt, geht also nicht in die Tasche des Autors, sondern bleibt an vielen anderen Stellen hängen.
